Bio-Einkaufsführer Wetterau

Die Nachfrage an ökologischen und regionalen Lebensmitteln steigt und in der Gunstregion Wetterau findet sich ein vielfältiges Angebot an erzeugtem Obst, Gemüse und anderen Bio-Produkten. Für den Verbraucher ist ab sofort der Bio-Einkaufsführer für die Wetterau erhältlich: Auf über 40 Seiten werden alle Bio-Einkaufsstätten der Region präsentiert.

Zu finden auf: http://oekomodellregion.wetterau.de

Direktlink zum Bio-Einkausführer Wetterau als PDF

„Abenteuer Wildbienen“: BUND ruft zum Frühlingsanfang zur Rettung und Beobachtung von Wildbienen auf

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft Naturfreunde und Gartenbesitzer im Rahmen der diesjährigen Aktion „Abenteuer Wildbienen“ auf, Wildbienen – wie beispielsweise Hummeln – zu beobachten und sich für ihren Schutz einzusetzen. „Die Aktion soll ein klares Zeichen gegen das Insektensterben setzen. Wildbienen sind, wie Schmetterlinge und andere Insekten auch, durch die Zerstörung wichtiger Lebensräume und den immens hohen Pestizideinsatz bedroht. Etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienen steht auf der Roten Liste, rund 30 Arten sind vom Aussterben bedroht. Zum Frühlingsanfang wollen wir deshalb möglichst viele Menschen für Wildbienen sensibilisieren und zu ihrem Schutz aufrufen“, sagt Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte.

Hummeln sind wahrscheinlich nicht nur die bekanntesten, sondern auch die sozialsten Wildbienen, weil sie wie die Honigbienen einen Staat bilden. Wenn die Sonnenstrahlen den gefrorenen Boden erwärmen, gehören die Hummeln zu den ersten Frühlingsboten. Die Hummelköniginnen, die im Vorjahr begattet wurden, gründen nun einen neuen Hummelstaat. „Jeder Gartenliebhaber und jede Balkonpflanzenfreundin kann jetzt einen kleinen Beitrag zum Überleben der Hummeln und anderer Wildbienen leisten“, so Wessel. In jedem Garten sei Platz für einen Reisighaufen, für Vogelnistkästen oder für einen Holzhaufen für Wildbienen.

Neben der Hummel gibt es in Deutschland über 560 vorkommende Wildbienenarten, denen die Vorliebe für Blüten gemein ist. Für ihr Überleben ist es wichtig, dass sie die zur Nahrungsversorgung wichtigen „Trachtpflanzen“ finden. Ein reiches Angebot an Frühjahrsblühern wie Winterling, Krokus, Weidenkätzchen oder Huflattich biete den Grundstock der Ernährung in den ersten Frühjahrswochen. „Zur Unterstützung der Wildbienen können Wildbienenliebhaber heimische Blühpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst für ein durchgängiges Nahrungsangebot sorgen, pflanzen“, empfiehlt der Naturschutzexperte.

„Private Nistmöglichkeiten und lokale Nahrungsangebote werden das Insektensterben nicht stoppen. Es gilt die Ausbreitung der Betonwüsten in Städten und Dörfern sowie der Agrarwüsten in der Landwirtschaft einzudämmen. Deswegen setzt sich der BUND auf politischer Ebene weiter für ein vollständiges Verbot von Neonikotinoiden und Glyphosat, für ein ambitioniertes Reduktionsprogramm von Pestiziden, für die Erhöhung der Vielfalt in der Kulturlandschaft, für den Schutz vor Flächenversiegelung und so für den konsequenten Schutz der Lebensräume von Wildbienen ein. Auf das eklatante Problem des Insektensterbens, müssen die zuständigen Ministerinnen Klöckner und Schulze im geplanten Aktionsprogramm Insektenschutz nun schnelle und wirksame Antworten liefern“, fordert Wessel.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.bund.net/wildbienen:
Wildbienen-Interessierte finden hier nützliche Informationen wie Bestimmungshilfen und Pflanztipps, sowie ein – bis Ostern verfügbares – kostenloses Info- und Aktionspaket.

Glyphosat-Krebseinstufung: Neue Bundesregierung muss Behörden kritisch hinterfragen

Zur heute im Journal of Epidemiology and Community Health (JECH) veröffentlichten wissenschaftlichen Analyse der Einstufung des krebserregenden Potenzials von Glyphosat durch europäische Behörden erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Die neue Analyse liefert weitere Belege dafür, dass die Behörden sich bei der Einstufung der krebserregenden Eigenschaften von Glyphosat nicht an ihre eigenen Regeln gehalten haben. Demzufolge hätte Glyphosat schon anhand der vorliegenden und ausgewerteten Industriestudien auch von der EU offiziell als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft werden müssen, genau wie es die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getan haben.

Die alte Bundesregierung hat erst vor wenigen Tagen nochmals bekräftigt, sie vertraue der Bewertung der Behörden, Glyphosat nicht als krebserregend einzustufen. Heute tritt die neue Bundesregierung an, die sich wegen des öffentlichen Drucks nach der Schmidt-Zulassung einen Vielleicht-irgendwann-Glyphosatausstieg in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Die neue Agrarministerin Julia Klöckner muss angesichts dieser weiteren Hinweise jetzt auch die Arbeit der Behörden noch einmal ganz genau überprüfen.

Sollte die schwarz-rote Neuauflage allerdings genauso wenig Aufklärungsinteresse zeigen wie die bisherige Regierung, kann immerhin der neue Sonderausschuss des Europaparlaments den Hinweisen nachgehen, der diese Woche seine Arbeit aufgenommen hat.

Der JECH-Artikel kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

Peter Clausing, Claire Robinson, Helmut Burtscher-Schaden: Pesticides and public health: an analysis of the regulatory approach to assessing the carcinogenicity of glyphosate in the European Union

http://jech.bmj.com/content/jech/early/2018/03/06/jech-2017-209776.full.pdf