Chance auf Sportzentrum bewahren

Vor 20 Jahren hatten die Büdinger Grünen in der Stadtverordnetenversammlung die Ausweisung des Gebiets „In der Langgewann“ als Bauland beantragt. Vor allem die CDU hatte sich damals diesem Vorschlag vehement entgegengestellt. Stattdessen sollte dort ein Sportzentrum entstehen. Die Planungen dafür liefen bald an - über viele Jahre.

Nach den momentan vorhandenen Informationen wird Büdingen keine Fördermittel zum Bau des Sportzentrums unterhalb des noch existierenden Hallenbads erhalten. Aber solange das Programm läuft und Förderanträge gestellt werden können, besteht Hoffnung. Damit im Zusammenhang steht die mögliche Bebauung eines Teils des Geländes. Anschließend an die vorhandene Bebauung könnten 17 Bauplätze entstehen.

Zugleich liegt eine Studie von 2016 vor, in der das 4,3 ha große Gebiet „In der Langgewann“ als Ganzes geplant wird. Dies ergäbe 46 Bauplätze. Die Stadt hätte einen kleinen Gewinn. Dafür wäre der Bau eines Sportzentrums endgültig vorbei. Zum jetzigen Zeitpunkt keine sinnvolle Entscheidung.

Interessant ist die bei dieser Lösung angedachte Straßenführung. Die Durchfahrt von der Gymnasiumstraße in Richtung Industriestraße wäre nur noch in unterrichtsfreien Zeiten möglich. Also müsste der Verkehr aus der Gymnasiumstraße und von der Industriestraße jeweils vor dem Schulzentrum wenden und zurückfahren. Durchgangsverkehre würden, so die Studie, weitgehend unterbunden. Es entstünde eine Art Verkehrsführung mit Kollaps-Garantie.

Von derlei Überlegungen sollte man sich schnell verabschieden. Bei 17 neuen Bauplätzen sollte man die Finger von einer grundlegend geänderten Verkehrsführung lassen. Aber vor der Zustimmung zu diesem kleinen Neubaugebiet sollten die Kosten präzise ermittelt werden. Die angesprochene Studie hilft dabei wenig.

Bei der letzten Stadtverordnetenversammlung forderte ProVernunft, die Idee eines Sportzentrums endgültig zu den Akten zu legen. Dies ist nach Ansicht der Grünen falsch und verhindert die Entwicklung der Stadt. Ebenso falsch ist die Behauptung unrealistischer Kostenkalkulation, sie dient nur der Blockade. 

Auch das Verhalten der CDU weist klar in Richtung Verabschiedung von einem Projekt, das Büdingen einige Vorteile bringen würde. Immer wenn in Büdingen die „Erarbeitung neuer Vorschläge“, wie es die CDU jetzt beantragt, gefordert wird, weiß man, jetzt passiert erstmal viele Jahre wieder nix. Das wäre keine gute Aussicht. Im Haupt- und Finanzausschuss soll weiter überlegt werden, wie vorgegangen werden sollte. Vom Magistrat sollen dazu Vorschläge unterbreitet werden.

Die SPD plädiert, ebenso wie die Grünen, auf jeden Fall für einen erneuten Förderantrag.

Nach Meinung der Grünen kann über die jetzige Vorgehensweise nur der Kopf geschüttelt werden. Die Stadtverordnetenversammlung sollte endlich mal bei ihren Entschlüssen bleiben. Der Antrag auf Beantragung von Fördermitteln war eindeutig beschlossen. Jetzt fängt man auf einmal wieder an zu zweifeln und zu lamentieren. So kommt man nicht zu einem Ergebnis.  

Eine Gesamtbebauung des Gesamtgeländes zum jetzigen Zeitpunkt lehnen die Grünen ab. Die geplanten 17 Bauplätze sollten erschlossen werden und der Antrag auf Förderung sollte bis zum Ende des Förderprogramms gestellt werden. Jede Weiterentwicklung bliebe damit offen.